Neben Erwähnungen in der Bibel und Zitaten des berühmten griechischen Poeten Homer gibt es Legenden, die die unwissenden Konsumenten der rötlichen Beeren als gestärkt und gelöst beschreiben.
Eine seltsame Geschichte aus dem 15. Jahrhundert erzählt von einem Hirten aus dem Jemen, der beobachtete, dass seine Ziegen, die soeben von den rötlichen Beeren einer Pflanze gefressen hatten, unruhig und aufgeregt wurden.
Er berichtete davon einem Mönch. Dieser garte die Beeren und stellte ein bitteres Getränk her, das so stark war, dass es Müdigkeit und Ermattung vertrieb.
Vielleicht ist nicht viel Wahrheit an diesen Legenden, aber historische Ungenauigkeiten haben immer einen wahren Kern.
Kaffee hat, wie wir alle aus unserer täglichen Erfahrung wissen, die Fähigkeit, den Geist „aufzuwecken“, dessen Bereitschaft und Kritikfähigkeit zu steigern und unserem Denken Klarheit, Kraft und Deutlichkeit zu verleihen.
In der westlichen Welt wurde Kaffee gegen Ende des 17. Jahrhunderts entdeckt, angeblich dank einiger Säcke, die die Türken bei ihrem Rückzug aus Wien vergessen hatten. In Arabien war das Getränk aber schon seit 1000 n. Chr. verbreitet.
Er wurde in der gesamten islamischen Welt getrunken, und vielleicht führten venezianische Kaufleute den Kaffee schon weit vor der Schlacht um Wien in Europa ein.
Im Westen war die Entwicklung des Kaffees von unterschiedlichen Begebenheiten geprägt.
Die Kirche erklärte den Kaffee zum „Getränk des Teufels“, bis Papst Clemens VIII. beschloss, dessen Genuss zu heiligen.
Dann verbreitete sich der Kaffee weltweit mit Millionen Verbrauchern sowohl in Europa als auch in Amerika.
Ebenfalls im 17. Jahrhundert behauptete auch die Wissenschaft, dass Kaffee ein Gift sei, und fügte an: „Wer ihn am Tag des Jüngsten Gerichts getrunken haben wird, kommt aus dem Grab schwarz wie der Kaffeesatz.“
Im 18. Jahrhundert stellte König Gustav III. von Schweden die „Unschädlichkeit“ und Harmlosigkeit dieses Getränks ganz unfreiwillig unter Beweis, nämlich dass man Kaffee in großen Mengen trinken kann, ohne Schaden dabei zu nehmen.
Im Glauben, es handele sich um Gift, unterzeichnete der König ein Todesurteil, das durch Einnahme von Kaffee vollstreckt werden sollte.
Es heißt, dass die beiden Schuldigen trotz der erheblichen Portionen, die man ihnen verabreichte, über achtzig Jahre alt geworden seien.
So wurde das Getränk freigesprochen.